Wie lange arbeitet man in China, was verdient man, und wie viel Urlaub gibt es? Hier sind die wichtigsten Zahlen im Vergleich mit Deutschland, alle mit Quelle.

Was man verdient

Das chinesische Statistikamt veröffentlicht vor allem zwei Durchschnittslöhne. Der erste gilt für Behörden, Staatsbetriebe, ausländische Firmen und andere sogenannte nicht-private Betriebe in den Städten. Dort verdienten Beschäftigte 2025 im Schnitt 129.441 Yuan brutto im Jahr, umgerechnet knapp 16.000 Euro. In Privatfirmen waren es 71.590 Yuan, rund 8.800 Euro. Einen Median, also den Lohn in der Mitte, veröffentlicht das Amt nicht.

Zum Vergleich: Vollzeitbeschäftigte in Deutschland verdienten 2025 im Schnitt 64.441 Euro brutto, Sonderzahlungen eingerechnet. Das ist rund viermal so viel wie in Chinas nicht-privaten Betrieben und mehr als siebenmal so viel wie in Chinas Privatfirmen.

Wie lange man arbeitet

Und die Arbeitszeit? Laut Statistikamt arbeiteten Beschäftigte chinesischer Unternehmen im August 2026 im Schnitt 48,2 Stunden pro Woche. In Deutschland arbeiten Vollzeit-Erwerbstätige normalerweise 40,2 Stunden. Der Unterschied entspricht ungefähr einem ganzen Arbeitstag, jede Woche.

Die Regeln und das Modell „996“

Dabei sehen die Vorschriften acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche vor, mit höchstens 36 Überstunden im Monat. Berüchtigt ist das Modell „996“: von neun Uhr morgens bis neun Uhr abends, sechs Tage die Woche. 2021 stellten das Oberste Volksgericht und das Arbeitsministerium klar: So ein Arbeitszeitmodell verletzt die gesetzliche Grenze für Überstunden schwer, eine solche Firmenregel ist ungültig.

Urlaub und Feiertage

Urlaub gibt es wenig. Gesetzlich stehen Beschäftigten nach dem ersten Arbeitsjahr fünf bezahlte Urlaubstage zu, ab zehn Jahren zehn Tage, ab zwanzig Jahren fünfzehn. In Deutschland sind es bei einer Fünf-Tage-Woche mindestens 20 Tage, in Tarifverträgen meist 30.

Dafür gibt es 13 gesetzliche Feiertage, seit 2025 zwei mehr als vorher, darunter jetzt auch den letzten Tag vor dem chinesischen Neujahrsfest. Freie Brückentage muss man aber oft nacharbeiten. Damit die Goldene Woche Anfang Oktober 2026 sieben Tage dauerte, mussten die Beschäftigten am Sonntag, dem 20. September, und am Samstag, dem 10. Oktober, ganz normal arbeiten. Sechs solcher Arbeitstage am Wochenende gab es 2026.

Junge Leute und Rente

Schwer haben es vor allem junge Leute. Im August 2026 lag die Arbeitslosenquote der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 24 Jahren in den Städten bei 18,9 Prozent, Schüler und Studierende nicht mitgezählt. Fast jeder Fünfte, der arbeiten wollte, fand also keine Stelle. Nach einem Rekord von 21,3 Prozent im Juni 2023, damals noch mit Studierenden, setzte das Statistikamt die Veröffentlichung für mehrere Monate aus. Seit 2024 wird die Quote anders berechnet.

Und gearbeitet wird künftig länger. Seit dem 1. Januar 2025 steigt das Rentenalter schrittweise, verteilt auf 15 Jahre: bei Männern von 60 auf 63 Jahre, bei Frauen je nach Beruf von 50 auf 55 oder von 55 auf 58.

Alle Zahlen zu Arbeit und Geld stehen im China-Report, Kapitel 2.

Alle Zahlen aus dem Video: Im China-Report findest du alle 56 Zahlen mit Quellen. Den Bericht mit Checkliste bekommst du als PDF per E-Mail.

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Quellen