Länderreport China · Stand 13.10.2026
Wie lebt man
in China?
Alle 56 Zahlen aus dem Video, mit Quellen. Wohnung, Gehalt, Arbeitszeit, Alltag und Kontrolle im Vergleich mit Deutschland. Zu jeder Zahl findest du die Quelle und das Datum, an dem wir sie geprüft haben.
Zum Video: „Wie lebt man in China? Wohnung, Gehalt und Alltag in der Großstadt“ auf YouTube.

56Zahlen
106verlinkte Quellen
5Kapitel
13.10.2026zuletzt geprüft
Inhalt
Fünf Kapitel, 56 Zahlen
Die Nummern sind dieselben wie im Video. Jede Zahl hat einen eigenen Link, zum Beispiel Fakt 16.
Kapitel 1 · Fakten 1 bis 10
Wohnen
Fangen wir dort an, wo jeder Tag beginnt: in der Wohnung. Wie viel Platz haben die Menschen in Chinas Städten, wem gehören die Wohnungen, und was hat die Immobilienkrise verändert?
Fakt 01
36,5 m²
Wohnfläche pro Kopf in Chinas Städten (brutto). Deutschland: 55,7 m²
Platz ist knapp. Laut der Volkszählung 2020 hatte jeder Mensch in Chinas Städten im Schnitt 36,5 Quadratmeter. Unter allen Regionen auf Provinzebene hat Shanghai mit gut 32 Quadratmetern den niedrigsten Wert, Peking kommt auf knapp 35. Gemessen wird in China allerdings brutto, mit Wänden und einem Anteil an Treppenhaus und Fluren. In Deutschland hat jeder Mensch im Schnitt 55,7 Quadratmeter reine Wohnfläche.
Fakt 02
96 %
der befragten Stadthaushalte besaßen 2019 mindestens eine Wohnung
Vielleicht hast du gehört, dass 96 Prozent der Chinesen eine Wohnung besitzen. Die Zahl gibt es wirklich: 2019 befragte die chinesische Zentralbank mehr als 30.000 Haushalte in Städten. 96 Prozent davon besaßen mindestens eine Wohnung, etwa drei von zehn sogar zwei. Im Schnitt waren es anderthalb Wohnungen pro Haushalt. Gezählt wurde also jede Wohnung, die einem Haushalt gehört, auch wenn die Familie nicht selbst darin wohnt.
Fakt 03
68 %
der Stadthaushalte wohnten 2020 im Eigentum. Deutschland 2022: 41,9 %
Wie viele wohnen also tatsächlich in den eigenen vier Wänden? Laut Volkszählung 2020 waren es in den Städten rund 68 Prozent der Haushalte, ein Viertel wohnte zur Miete. In Deutschland lebten 2022 nur 41,9 Prozent der Haushalte im Eigentum, in Berlin sogar nur 15,9 Prozent.
Fakt 04
70 Jahre
Nutzungsrecht für Wohngrundstücke, höchstens
Den Boden unter der Wohnung kauft man in China allerdings nicht mit. Man erwirbt ein Nutzungsrecht für das Grundstück, bei Wohngrundstücken für höchstens 70 Jahre. Dass sich dieses Recht automatisch verlängert, steht schon seit 2007 im Gesetz, heute im Zivilgesetzbuch. Ob und wie viel man dafür zahlen muss, lässt das Gesetz offen. Das sollen andere Gesetze und Verordnungen regeln.
Fakt 05
733 Mio. m²
neue Wohnfläche verkauft 2025. Rekordjahr 2021: 1,57 Mrd. m²
Dann kam die Immobilienkrise. Im Rekordjahr 2021 wurden in China rund 1,57 Milliarden Quadratmeter neue Wohnfläche verkauft, 2025 waren es nur noch 733 Millionen, also etwa halb so viel. Und 2026 ging es weiter abwärts: Von Januar bis August wurde noch einmal 13 Prozent weniger neue Wohnfläche verkauft als ein Jahr zuvor.
Fakt 06
> 300 Mrd. US-$
Verbindlichkeiten von Evergrande bei der Abwicklung
Zum Symbol der Krise wurde Evergrande, einst der am höchsten verschuldete Immobilienkonzern der Welt. Am 29. Januar 2024 ordnete ein Gericht in Hongkong seine Abwicklung an, bei Verbindlichkeiten von mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Viele Familien in ganz China hatten da schon für Wohnungen bezahlt, die noch nicht fertig waren. Bis Oktober 2025 wurden nach Angaben des Bauministeriums mehr als 7,5 Millionen verkaufte Wohnungen übergeben, deren Fertigstellung auf der Kippe stand.
Fakt 07
49 von 70
Städten mit sinkenden Preisen für neue Wohnungen im August 2026
Und die Preise? Im August 2026 sanken die Preise neuer Wohnungen in 49 von 70 großen Städten gegenüber dem Vormonat, bei gebrauchten Wohnungen sogar in 62. Die Städte entwickeln sich aber unterschiedlich: In Shanghai kosteten neue Wohnungen 3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, in Peking und Shenzhen 2,3 Prozent weniger.
Fakt 08
≈ 4,50 €
Miete pro m² und Monat in 50 Städten (34 Yuan). Deutschland: 7,28 €
Wer mietet, zahlt in 50 großen Städten im Schnitt rund 34 Yuan pro Quadratmeter und Monat, umgerechnet etwa 4,50 Euro. So war es im August 2026, nach Zahlen des privaten Forschungsinstituts China Index Academy. Am teuersten ist Shanghai. In Deutschland lag die durchschnittliche Nettokaltmiete laut Zensus 2022 bei 7,28 Euro pro Quadratmeter. Darin sind allerdings alle laufenden Verträge enthalten, auch sehr alte.
Fakt 09
493 Mio.
Menschen lebten 2020 nicht am Ort ihres Hukou
Und dann gibt es etwas, das man in Deutschland so nicht kennt: den Hukou, die Haushaltsregistrierung. Jeder Chinese ist mit seinem Hukou an einem bestimmten Ort eingetragen. Bei der Volkszählung 2020 lebten fast 493 Millionen Menschen seit mindestens einem halben Jahr nicht mehr in der Gemeinde oder dem Stadtviertel, in dem ihr Hukou eingetragen war.
Fakt 10
1 Jahr
Sozialversicherung oder Steuer in Peking, bevor Familien ohne Pekinger Hukou kaufen dürfen
Der Hukou entscheidet mit, auf welche Schule Kinder gehen können, welche öffentlichen Leistungen man vor Ort bekommt und ob man eine Wohnung kaufen darf. 2024 bekräftigte die Regierung, dass alle Städte, deren Kernstadt weniger als drei Millionen Einwohner hat, die Hukou-Hürden ganz abschaffen sollen. Die Megastädte behalten aber ihre Punktesysteme für den Zuzug. In Peking darf eine Familie ohne Pekinger Hukou nur dann eine Wohnung kaufen, wenn sie mindestens ein Jahr lang in der Stadt Sozialversicherung oder Einkommensteuer gezahlt hat.
Kapitel 2 · Fakten 11 bis 23
Arbeit und Geld
Eine Wohnung muss man auch bezahlen können. Also: Was verdient man in China, und wie viel arbeitet man dafür?
Fakt 11
129.441 ¥
Jahreslohn in nicht-privaten Betrieben 2025 (≈ 16.000 €). Privatfirmen: 71.590 ¥
Das chinesische Statistikamt veröffentlicht vor allem zwei Durchschnittslöhne. Der erste gilt für Behörden, Staatsbetriebe, ausländische Firmen und andere sogenannte nicht-private Betriebe in den Städten. Dort verdienten Beschäftigte 2025 im Schnitt 129.441 Yuan brutto im Jahr, umgerechnet knapp 16.000 Euro. In Privatfirmen waren es 71.590 Yuan, rund 8.800 Euro. Einen Median, also den Lohn in der Mitte, veröffentlicht das Amt nicht.
Fakt 12
248.752 ¥
Jahreslohn in der IT-Branche. Hotels und Restaurants: 62.461 ¥
Dahinter stecken große Unterschiede: In den nicht-privaten Betrieben verdiente man in der IT-Branche im Schnitt 248.752 Yuan im Jahr, in Hotels und Restaurants nur 62.461 Yuan, also ein Viertel davon.
Fakt 13
64.441 €
Bruttojahresverdienst in Vollzeit in Deutschland 2025
Zum Vergleich: Vollzeitbeschäftigte in Deutschland verdienten 2025 im Schnitt 64.441 Euro brutto, Sonderzahlungen eingerechnet. Das ist rund viermal so viel wie in Chinas nicht-privaten Betrieben und mehr als siebenmal so viel wie in Chinas Privatfirmen.
Fakt 14
12.577 ¥
Durchschnittslohn in Shanghai 2025 pro Monat (≈ 1.550 €)
In Shanghai lag der Durchschnittslohn 2025 bei 12.577 Yuan im Monat, umgerechnet rund 1.550 Euro brutto. Nach dieser Zahl richten sich dort die Mindest- und Höchstbeiträge zur Sozialversicherung.
Fakt 15
51.115 ¥
verfügbares Einkommen pro Kopf und Jahr in den Städten 2025 (Median)
Was bleibt übrig? Das zeigt das verfügbare Einkommen pro Kopf, also nach Steuern und Abgaben, Kinder und Rentner mitgezählt. In den Städten lag es 2025 im Median bei 51.115 Yuan im Jahr, umgerechnet gut 520 Euro im Monat. Auf dem Land war es mit 20.711 Yuan nicht einmal halb so viel.
Fakt 16
3,50 €
für einen Big Mac in China (26,5 Yuan). Deutschland: 6,99 €
Diese Euro-Beträge wirken niedrig, aber man muss auch auf die Preise schauen. Ein einfacher Vergleich ist der Big-Mac-Index des Magazins The Economist: Im Juli 2026 kostete ein Big Mac in China 26,5 Yuan, umgerechnet rund 3,50 Euro. In Deutschland waren es 6,99 Euro.
Fakt 17
2.740 ¥
höchster Mindestlohn pro Monat (Shanghai, ≈ 366 €)
Den höchsten Mindestlohn Chinas hat Shanghai: 2.740 Yuan im Monat, umgerechnet rund 366 Euro. Beim Stundenlohn liegt Peking vorn, mit 27,7 Yuan, etwa 3,70 Euro. Der deutsche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde ist fast viermal so hoch.
Fakt 18
48,2 Std.
pro Woche in Unternehmen, August 2026. Deutschland: 40,2 Std.
Und die Arbeitszeit? Laut Statistikamt arbeiteten Beschäftigte chinesischer Unternehmen im August 2026 im Schnitt 48,2 Stunden pro Woche. In Deutschland arbeiten Vollzeit-Erwerbstätige normalerweise 40,2 Stunden. Der Unterschied entspricht ungefähr einem ganzen Arbeitstag, jede Woche.
Fakt 19
„996“
von 9 bis 21 Uhr an 6 Tagen: laut Gericht unzulässig
Dabei sehen die Vorschriften acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche vor, mit höchstens 36 Überstunden im Monat. Berüchtigt ist das Modell „996“: von neun Uhr morgens bis neun Uhr abends, sechs Tage die Woche. 2021 stellten das Oberste Volksgericht und das Arbeitsministerium klar: So ein Arbeitszeitmodell verletzt die gesetzliche Grenze für Überstunden schwer, eine solche Firmenregel ist ungültig.
Fakt 20
5 Tage
Urlaub nach dem ersten Arbeitsjahr. Deutschland: mindestens 20
Urlaub gibt es wenig. Gesetzlich stehen Beschäftigten nach dem ersten Arbeitsjahr fünf bezahlte Urlaubstage zu, ab zehn Jahren zehn Tage, ab zwanzig Jahren fünfzehn. In Deutschland sind es bei einer Fünf-Tage-Woche mindestens 20 Tage, in Tarifverträgen meist 30.
Fakt 21
13
gesetzliche Feiertage, seit 2025 zwei mehr
Dafür gibt es 13 gesetzliche Feiertage, seit 2025 zwei mehr als vorher, darunter jetzt auch den letzten Tag vor dem chinesischen Neujahrsfest. Freie Brückentage muss man aber oft nacharbeiten. Damit die Goldene Woche Anfang Oktober 2026 sieben Tage dauerte, mussten die Beschäftigten am Sonntag, dem 20. September, und am Samstag, dem 10. Oktober, ganz normal arbeiten. Sechs solcher Arbeitstage am Wochenende gab es 2026.
Fakt 22
18,9 %
Arbeitslosenquote der 16- bis 24-Jährigen in den Städten, August 2026
Schwer haben es vor allem junge Leute. Im August 2026 lag die Arbeitslosenquote der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 24 Jahren in den Städten bei 18,9 Prozent, Schüler und Studierende nicht mitgezählt. Fast jeder Fünfte, der arbeiten wollte, fand also keine Stelle. Nach einem Rekord von 21,3 Prozent im Juni 2023, damals noch mit Studierenden, setzte das Statistikamt die Veröffentlichung für mehrere Monate aus. Seit 2024 wird die Quote anders berechnet.
Fakt 23
63 Jahre
Rentenalter für Männer, schrittweise ab 2025 (bisher 60)
Und gearbeitet wird künftig länger. Seit dem 1. Januar 2025 steigt das Rentenalter schrittweise, verteilt auf 15 Jahre: bei Männern von 60 auf 63 Jahre, bei Frauen je nach Beruf von 50 auf 55 oder von 55 auf 58.
Bericht + Checkliste
Alle 56 Zahlen als PDF, dazu die Checkliste für den Alltag in China
Kapitel 3 · Fakten 24 bis 35
Alltag: Bezahlen, Essen, Unterwegs
Wie fühlt sich der Alltag an? Vieles erledigt man in China mit dem Smartphone.
Fakt 24
1,44 Mrd.
aktive Weixin- und WeChat-Konten im Monat
Die wichtigste App heißt Weixin, international WeChat. Man schreibt damit Nachrichten und bezahlt. Weixin und WeChat kamen Ende Juni 2026 zusammen auf 1,44 Milliarden aktive Konten im Monat. Laut dem staatlichen Internetinformationszentrum CNNIC bezahlten Ende 2025 rund eine Milliarde Menschen in China online, neun von zehn Internetnutzern. In Deutschland wurden 2025 laut Bundesbank noch 45 Prozent der alltäglichen Einkäufe bar bezahlt.
Fakt 25
01.02.2026
neue Verordnung: Bargeld ablehnen ist verboten
Trotz all der Apps ist es in China verboten, Bargeld abzulehnen. Seit dem 1. Februar 2026 gilt dafür sogar eine neue Verordnung der Zentralbank und zweier weiterer Behörden. Die Zentralbank selbst räumt ein, dass immer weniger Geschäfte Bargeld annehmen wollen.
Fakt 26
5.000 US-$
Grenze pro Zahlung für Ausländer (vorher 1.000)
Wichtig für Reisende aus Deutschland: Seit 2024 sollen Alipay und Weixin Pay es auf Anweisung der Zentralbank leichter machen, ausländische Bankkarten zu verbinden. Außerdem wurde die Grenze pro Zahlung für Ausländer von 1.000 auf 5.000 US-Dollar angehoben.
Fakt 27
630 Mio.
Menschen nutzten Ende 2025 Lieferdienste
Essen bestellen viele per App: 630 Millionen Menschen in China nutzten Ende 2025 Lieferdienste, mehr als die Hälfte aller Internetnutzer. Der Lieferdienst Meituan meldete für den 12. Juli 2025 mehr als 150 Millionen Bestellungen an einem einzigen Tag, für Essen und andere Sofortlieferungen. Über 50 Millionen davon waren allerdings Gutscheine.
Fakt 28
−23,4 Mrd. ¥
Verlust von Meituan 2025, nach 35,8 Mrd. Gewinn im Vorjahr
2025 lieferten sich Meituan, Alibaba und JD einen so heftigen Rabattkampf, dass die Behörden mehrfach eingriffen. Im Januar 2026 begann die Kartellbehörde sogar, den Wettbewerb in der ganzen Lieferbranche zu untersuchen. Meituan machte 2025 einen Verlust von 23,4 Milliarden Yuan, fast drei Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 35,8 Milliarden Yuan im Jahr davor.
Fakt 29
0 %
Inflation 2025 im Jahresschnitt
Wird das Leben teurer? Die Verbraucherpreise lagen 2025 im Jahresschnitt auf dem Niveau des Vorjahres, die Inflation lag bei null Prozent. Schweinefleisch war im August 2026 sogar 11,8 Prozent billiger als ein Jahr zuvor.
Fakt 30
906 km
U-Bahn-Netz in Shanghai Ende 2025 (2005: gut 100 km)
In Shanghai entfallen 78 Prozent aller Fahrten im öffentlichen Nahverkehr auf die U-Bahn. Ende 2025 war ihr Netz 906 Kilometer lang, 2005 waren es gerade einmal gut 100. Peking kommt auf 909 Kilometer und an einem normalen Werktag auf mehr als 11 Millionen Fahrten.
Fakt 31
3 ¥
kostet eine Fahrt in der Pekinger U-Bahn mindestens (≈ 40 Cent)
Eine Fahrt in der Pekinger U-Bahn kostet ab 3 Yuan für bis zu sechs Kilometer, umgerechnet rund 40 Cent. In Deutschland setzt man auf eine Pauschale: Das Deutschlandticket kostet seit Januar 2026 monatlich 63 Euro.
Fakt 32
50.400 km
Schnellfahrstrecken Ende 2025. Deutschland: rund 1.000 km
Zwischen den Städten fährt man mit dem Hochgeschwindigkeitszug. Ende 2025 hatte China 50.400 Kilometer Schnellfahrstrecken. In Deutschland gab es laut Deutscher Bahn im Jahr 2021 rund 1.000 Kilometer, auf denen Züge 250 Kilometer pro Stunde oder schneller fahren können.
Fakt 33
4:18 Std.
von Peking nach Shanghai mit dem schnellsten Zug
Von Peking nach Shanghai brauchen die schnellsten Züge 4 Stunden und 18 Minuten. Ein Platz in der zweiten Klasse kostete im Mai 2026 bis zu 662 Yuan, umgerechnet rund 88 Euro.
Fakt 34
9.600
neue Benziner-Kennzeichen im Juni 2026 in Peking
Ein eigenes Auto ist in Peking dagegen Glückssache. Neue Kennzeichen für Benziner werden verlost: Im Juni 2026 gab es 9.600 Kennzeichen für Familien und Einzelpersonen. Beworben hatten sich rund 529.000 Familien und mehr als 2,5 Millionen Einzelpersonen. Selbst für Elektroautos muss man warten: 2026 bewarben sich 566.936 Einzelpersonen um 34.800 Kennzeichen.
Fakt 35
49,4 %
der Neuzulassungen 2025 mit Stecker. Deutschland: rund 30 %
Elektroautos sind in China längst Alltag: 2025 waren 49,4 Prozent aller Neuzulassungen reine E-Autos oder Plug-in-Hybride. In Deutschland waren es zusammen rund 30 Prozent. Auf den Straßen braucht der Wandel trotzdem Zeit: Ende 2025 hatte nur jedes achte Auto in China einen Stecker.
Kapitel 4 · Fakten 36 bis 45
Wie viel Kontrolle?
Und dann eine Frage, um die man bei China nicht herumkommt: Wie stark wird man kontrolliert?
Fakt 36
seit 2019
sind alle Sprachversionen von Wikipedia gesperrt
Im Internet merkt man es sofort. Google, YouTube, WhatsApp, Instagram, Facebook und X, früher Twitter, sind in China gesperrt, alle Sprachversionen von Wikipedia seit 2019. Auch diesen Film kann man in China nur über Umwege sehen.
Fakt 37
200 ¥
Strafe für einen VPN-Nutzer in Chengde, dazu über 1 Mio. ¥ eingezogen
Der wichtigste Umweg ist ein VPN. Nicht genehmigte VPNs sind verboten, und seit 2017 geht der Staat stärker gegen sie vor. Trotzdem nutzen laut der Organisation Freedom House Dutzende Millionen Menschen solche Dienste. Normale Nutzer werden selten bestraft, Verkäufer von VPNs dagegen schon zu Haftstrafen verurteilt. 2023 verhängte die Polizei in Chengde gegen einen Programmierer eine Strafe von 200 Yuan und zog über eine Million Yuan ein. Das Geld hatte er per VPN bei einer ausländischen Firma verdient.
Fakt 38
9 / 100
Punkte für Internetfreiheit (Freedom House). Deutschland: 74
Freedom House gibt China für die Freiheit im Netz 9 von 100 Punkten, Deutschland 74. Und bei der Pressefreiheit steht China laut Reporter ohne Grenzen auf Platz 178 von 180 Ländern, Deutschland auf Platz 14.
Fakt 39
3 ×
Ausweis zeigen am Bahnhof: beim Betreten, Einsteigen und Verlassen
Anonym bleibt man kaum. Wer eine Handynummer, einen Internetanschluss oder ein Konto bei einem Chatdienst will, muss laut Cybersicherheitsgesetz seine echte Identität angeben. Fairerweise muss man sagen: Auch in Deutschland braucht man für eine Prepaid-SIM-Karte einen Ausweis. In China geht es aber weiter: Zugtickets laufen auf den eigenen Namen, und am Bahnhof zeigt man denselben Ausweis beim Betreten, beim Einsteigen und beim Verlassen.
Fakt 40
seit 2022
zeigt jedes Profil, aus welcher Provinz jemand online ist
In sozialen Netzwerken steht auf jedem Profil, aus welcher Provinz oder Stadt jemand online ist, bei Nutzern im Ausland das Land. Vorgeschrieben ist das seit August 2022.
Fakt 41
998
Kreise kauften 2019 mindestens Überwachungstechnik
Wie viele Überwachungskameras es gibt, weiß niemand genau. Eine offizielle Zahl fehlt, und die oft zitierten 700 Millionen sind nur eine grobe Schätzung. Belegt ist etwas anderes: Die Plattform ChinaFile hat rund 76.000 Ausschreibungen ausgewertet. Danach kauften Behörden allein im Jahr 2019 in mindestens 998 Kreisen Überwachungstechnik, in einem Drittel aller Kreise des Landes.
Fakt 42
Juni 2025
Regeln zur Gesichtserkennung in Kraft
Seit Juni 2025 gibt es Regeln zur Gesichtserkennung: Wer einen Gesichtsscan ablehnt, muss eine andere Möglichkeit bekommen, und in Hotelzimmern, Umkleiden und Toiletten sind solche Geräte verboten. Schreibt der Staat für die Ausweisprüfung etwas anderes vor, gilt allerdings das.
Fakt 43
≈ 5 %
der Einwohner von Xiamen machten beim Punkteprogramm mit
Und das sogenannte Sozialkreditsystem? Einen landesweiten Punktestand für jeden Bürger gibt es nicht. Das System richtet sich vor allem an Unternehmen. Laut einer Analyse des Berliner China-Instituts MERICS aus dem Jahr 2021 waren städtische Punkteprogramme für Bürger freiwillig und erinnerten eher an Bonusprogramme von Fluggesellschaften. In Xiamen machten nur etwa fünf Prozent der Einwohner mit.
Fakt 44
2,34 Mio.
neue Einträge auf der schwarzen Liste 2025, 2,67 Mio. gestrichen
Was es wirklich gibt, ist vor allem eine schwarze Liste der Gerichte. Wer ein Urteil nicht befolgt, obwohl er zahlen könnte, darf nicht mehr fliegen, nicht mit den schnellsten Zügen fahren, nicht in Sternehotels übernachten und keine Immobilie kaufen. 2025 kamen 2,34 Millionen Einträge hinzu, 2,67 Millionen wurden wieder gestrichen, zum Beispiel weil Schuldner gezahlt oder mit dem Abzahlen begonnen hatten.
- Oberstes Volksgericht: Bestimmungen zur Beschränkung von hohem Konsum durch Schuldner (21.07.2015)
- Oberstes Volksgericht: Pressekonferenz zur Vollstreckung (26.01.2026)
- Oberstes Volksgericht: Konsumbeschränkungen für Schuldner
- Jiemian: Zahlen zur Schuldnerliste 2025
- Yicai: Fristen und Wiederherstellung der Kreditwürdigkeit (25.07.2025)
Fakt 45
0,5
Tötungsdelikte je 100.000 Einwohner (2020). Deutschland 2023: 0,91
Zur ganzen Wahrheit gehört auch: Tötungsdelikte sind in China statistisch sehr selten. Laut Weltbank wurden in China zuletzt 0,5 Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner erfasst, das war 2020. In Deutschland lag der Wert 2023 bei 0,91. Chinas Zahlen stammen von der Polizei und lassen sich nicht unabhängig prüfen. Aber beide Länder liegen weit unter dem weltweiten Durchschnitt, den die UNO für 2021 mit 5,8 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner angibt.
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Kapitel 5 · Fakten 46 bis 56
Familie, Schule und Alter
Zum Schluss: Wie sieht ein Leben in China von der Geburt bis zur Rente aus?
Fakt 46
−3,39 Mio.
Einwohner 2025, der vierte Rückgang in Folge
China schrumpft. Ende 2025 lebten im Land 1,405 Milliarden Menschen, 3,39 Millionen weniger als ein Jahr zuvor, der vierte Rückgang in Folge. 2025 kamen nur 7,92 Millionen Babys zur Welt, aber 11,31 Millionen Menschen starben.
Fakt 47
≈ 1
Kind pro Frau (UN-Schätzung 2023). Deutschland 2025: 1,32
Eine Frau in China bekommt nach einer Schätzung der Vereinten Nationen für 2023 im Schnitt nur etwa ein Kind. In Deutschland waren es 2025 im Schnitt 1,32 Kinder, und es gab so wenige Geburten wie seit 1946 nicht mehr.
Fakt 48
6,77 Mio.
Eheschließungen 2025, halb so viele wie 2013
Auch geheiratet wird weniger. 2025 gaben sich in China 6,77 Millionen Paare das Jawort, zwar fast elf Prozent mehr als im Jahr davor, aber nur halb so viele wie im Rekordjahr 2013.
Fakt 49
≈ 40 €
Kinderzulage pro Monat bis zum 3. Geburtstag (300 Yuan). Kindergeld: 259 €
Der Staat versucht gegenzusteuern. Seit 2025 gibt es eine Kinderzulage von 3.600 Yuan im Jahr, also 300 Yuan im Monat, umgerechnet rund 40 Euro, allerdings nur, bis das Kind drei Jahre alt ist. Das deutsche Kindergeld liegt bei 259 Euro im Monat. Und seit Herbst 2025 zahlen Eltern im letzten Kindergartenjahr in öffentlichen Kindergärten keine Betreuungsgebühr mehr.
- Xinhua: Fragen und Antworten zur nationalen Kinderzulage (28.07.2025)
- Chinesische Regierung (gov.cn): Kostenloses letztes Kindergartenjahr (07.08.2025)
- IG Metall: Das ändert sich im neuen Jahr, Kindergeld 2026
- Einkommensteuergesetz, § 66 (Kindergeld)
- EZB: Euro-Referenzkurse (verwendet: 12.10.2026, 7,4832 Yuan je Euro)
Fakt 50
−21.400
Kindergärten 2025 im Vergleich zum Vorjahr
Die fehlenden Kinder sieht man schon jetzt: 2025 gab es in China rund 21.400 Kindergärten weniger als ein Jahr zuvor, und 3,58 Millionen Kinder weniger gingen in den Kindergarten.
Fakt 51
max. 60 Min.
Hausaufgaben im Schnitt in den Klassen 3 bis 6
In der Schule hat der Staat 2021 durchgegriffen: In den ersten beiden Klassen dürfen keine schriftlichen Hausaufgaben mehr aufgegeben werden, in den Klassen drei bis sechs sollen sie im Schnitt höchstens 60 Minuten dauern. Nachhilfefirmen für Schulfächer in der Pflichtschulzeit müssen seitdem gemeinnützig sein und dürfen nicht an die Börse.
Fakt 52
12,9 Mio.
Anmeldungen zum Gaokao 2026
Am Ende der Schulzeit wartet der Gaokao, die landesweite Prüfung für die Zulassung zur Hochschule. 2026 waren dafür 12,9 Millionen junge Menschen angemeldet. Vom Ergebnis hängt ab, an welcher Hochschule man studieren kann.
Fakt 53
79,25 Jahre
Lebenserwartung (offiziell). Männer in Deutschland: 79,1
Die Lebenserwartung liegt nach offiziellen chinesischen Angaben inzwischen bei 79,25 Jahren. Das ist fast exakt der Wert für Männer in Deutschland: 79,1 Jahre. Frauen in Deutschland werden im Schnitt 83,6 Jahre alt.
Fakt 54
84 % / 66 %
Kostenerstattung im Krankenhaus: Angestellte und Einwohner-Versicherung
Krankenversichert sind 95 Prozent der Menschen, aber in zwei Klassen. Bei einem Krankenhausaufenthalt zahlte die Versicherung für Angestellte 2025 im Schnitt 84 Prozent der erstattungsfähigen Kosten, die Versicherung für Landbewohner und Menschen ohne feste Stelle nur 66 Prozent. Ein Hausarztsystem als erste Anlaufstelle gibt es nicht: Man kann direkt in die Ambulanz eines Krankenhauses gehen.
Fakt 55
≈ 3.800 ¥
Rente pro Monat für frühere Angestellte in der Stadt (≈ 500 €)
Und im Alter? Schon heute ist fast jeder vierte Mensch in China 60 Jahre oder älter. Wer in der Stadt angestellt war, bekommt im Schnitt rund 3.800 Yuan Rente im Monat, umgerechnet knapp 500 Euro. Das haben wir aus offiziellen Daten für 2024 errechnet. Ehemalige Bauern bekommen meist nur die Grundrente für Einwohner: Deren staatlicher Mindestbetrag liegt 2026 bei 163 Yuan im Monat, knapp 22 Euro. Im Schnitt waren es 2024 rund 246 Yuan, nach einer Rechnung der Wirtschaftszeitung Yicai.
- Nationales Statistikamt (NBS): Statistisches Kommuniqué 2025 (28.02.2026)
- Nationales Statistikamt (NBS): Statistisches Jahrbuch 2025, Tabelle 24-26 (Renten 2024)
- Yicai: 15. Fünfjahresplan, Grundrente für Einwohner (14.03.2026)
- Eurostat: Jahresdurchschnittskurse Euro/Yuan, aus den EZB-Referenzkursen
- EZB: Euro-Referenzkurse (verwendet: 12.10.2026, 7,4832 Yuan je Euro)
Fakt 56
1.531 €
Altersrente der Männer in Deutschland Ende 2025. Frauen: 1.025 €
In Deutschland lag die durchschnittliche gesetzliche Altersrente Ende 2025 bei 1.531 Euro im Monat für Männer und 1.025 Euro für Frauen. Und auch hier steigt das Rentenalter, auf 67 Jahre für alle, die 1964 oder später geboren sind.
Fazit
Unterm Strich
Die Menschen in Chinas Städten wohnen enger, arbeiten länger und verdienen in Euro gerechnet deutlich weniger als in Deutschland. Dafür kostet manches weniger, ein Big Mac zum Beispiel nur rund die Hälfte. Die Züge sind schnell, und Tötungsdelikte sind selten. Gleichzeitig gehört Kontrolle zum Alltag, vom Ausweis am Bahnhof bis zur gesperrten Suchmaschine.
Methode
So sind die Zahlen entstanden
Wo es geht, nehmen wir die amtliche Statistik: das chinesische Statistikamt, Ministerien und Gerichte, für Deutschland das Statistische Bundesamt und die Bundesbank. Viele Zahlen aus China stammen von staatlichen Stellen. Wo wir selbst gerechnet haben, steht das im Text, zum Beispiel bei der Rente in Fakt 55.
Jahreswerte rechnen wir zum Jahresdurchschnittskurs um (Eurostat, aus den Referenzkursen der EZB: 2024 7,7875, 2025 8,1185 Yuan je Euro), Preise aus dem Jahr 2026 zum EZB-Referenzkurs vom 12.10.2026 (7,4832 Yuan je Euro).
Änderungen
Stand und Updates
| Datum | Änderung |
|---|---|
| 13.10.2026 | Alle 56 Zahlen geprüft, erste Fassung des Reports |
Fehler gefunden? Schreib an info@netanaliza.com oder in die Kommentare unter dem Video. Wir prüfen es und korrigieren.
Bericht + Checkliste
Der China-Bericht als PDF, mit Checkliste
- Der China-Bericht: alle 56 Zahlen in 5 Kapiteln, mit Quellen und Prüfdatum
- Die Checkliste: Bezahlen, Internet, Ausweis, Unterwegs, Wohnen, Gesundheit und Arbeit. Das solltest du für einen Aufenthalt in China wissen
- Daten-Updates: Wenn neue Zahlen erscheinen, erfährst du es zuerst
- Neue Länder: Norwegen ist in Arbeit
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