Im Internet merkt man es sofort: Viele Dienste, die in Deutschland selbstverständlich sind, funktionieren in China nicht. Hier ist, was gesperrt ist, wie streng kontrolliert wird und was das für Reisende bedeutet.
Was gesperrt ist
Im Internet merkt man es sofort. Google, YouTube, WhatsApp, Instagram, Facebook und X, früher Twitter, sind in China gesperrt, alle Sprachversionen von Wikipedia seit 2019. Auch diesen Film kann man in China nur über Umwege sehen.
VPN: verboten, aber verbreitet
Der wichtigste Umweg ist ein VPN. Nicht genehmigte VPNs sind verboten, und seit 2017 geht der Staat stärker gegen sie vor. Trotzdem nutzen laut der Organisation Freedom House Dutzende Millionen Menschen solche Dienste. Normale Nutzer werden selten bestraft, Verkäufer von VPNs dagegen schon zu Haftstrafen verurteilt. 2023 verhängte die Polizei in Chengde gegen einen Programmierer eine Strafe von 200 Yuan und zog über eine Million Yuan ein. Das Geld hatte er per VPN bei einer ausländischen Firma verdient.
Wie frei ist das Netz?
Freedom House gibt China für die Freiheit im Netz 9 von 100 Punkten, Deutschland 74. Und bei der Pressefreiheit steht China laut Reporter ohne Grenzen auf Platz 178 von 180 Ländern, Deutschland auf Platz 14.
Anonym bleibt man kaum
Anonym bleibt man kaum. Wer eine Handynummer, einen Internetanschluss oder ein Konto bei einem Chatdienst will, muss laut Cybersicherheitsgesetz seine echte Identität angeben. Fairerweise muss man sagen: Auch in Deutschland braucht man für eine Prepaid-SIM-Karte einen Ausweis. In China geht es aber weiter: Zugtickets laufen auf den eigenen Namen, und am Bahnhof zeigt man denselben Ausweis beim Betreten, beim Einsteigen und beim Verlassen.
In sozialen Netzwerken steht auf jedem Profil, aus welcher Provinz oder Stadt jemand online ist, bei Nutzern im Ausland das Land. Vorgeschrieben ist das seit August 2022.
Was das für deine Reise bedeutet
- Lade Karten, Übersetzer und wichtige Dokumente vor der Reise offline herunter.
- Sag Familie und Freunden, wie sie dich erreichen, zum Beispiel über Weixin.
- Rechne damit, dass du dich für eine chinesische Handynummer mit deinem Ausweis registrieren musst.
Mehr zum Thema Kontrolle, von Kameras bis zum Sozialkreditsystem, steht im China-Report, Kapitel 4.
Alle Zahlen aus dem Video: Im China-Report findest du alle 56 Zahlen mit Quellen. Den Bericht mit Checkliste bekommst du als PDF per E-Mail.
Quellen
- Freedom House: Freedom on the Net 2024, China (16.10.2024)
- Industrieministerium (MIIT): Regeln für Internetzugangsdienste (23.01.2017)
- The Guardian: Chinese programmer ordered to pay 1m yuan for using VPN (09.10.2023)
- China Digital Times: Der Fall aus Chengde (September 2023)
- Freedom House: Freedom on the Net 2025, China (13.11.2025)
- Reporter ohne Grenzen: Rangliste der Pressefreiheit 2026, China (30.04.2026)
- Cyberspace-Behörde (CAC): Cybersicherheitsgesetz, Fassung vom 28.10.2025 (29.12.2025)
- Nationaler Volkskongress: Anti-Terror-Gesetz, Art. 21 (12.06.2018)
- Cyberspace-Behörde (CAC): Regeln für Kontoinformationen, Art. 12 (27.06.2022)