Kaum ein Thema über China wird so oft erzählt wie das Sozialkreditsystem: ein Punktestand für jeden Bürger, überall Kameras. Was davon stimmt? Wir haben nachgesehen, was die Quellen wirklich sagen.

Gibt es einen Punktestand für jeden?

Und das sogenannte Sozialkreditsystem? Einen landesweiten Punktestand für jeden Bürger gibt es nicht. Das System richtet sich vor allem an Unternehmen. Laut einer Analyse des Berliner China-Instituts MERICS aus dem Jahr 2021 waren städtische Punkteprogramme für Bürger freiwillig und erinnerten eher an Bonusprogramme von Fluggesellschaften. In Xiamen machten nur etwa fünf Prozent der Einwohner mit.

Die schwarze Liste der Gerichte

Was es wirklich gibt, ist vor allem eine schwarze Liste der Gerichte. Wer ein Urteil nicht befolgt, obwohl er zahlen könnte, darf nicht mehr fliegen, nicht mit den schnellsten Zügen fahren, nicht in Sternehotels übernachten und keine Immobilie kaufen. 2025 kamen 2,34 Millionen Einträge hinzu, 2,67 Millionen wurden wieder gestrichen, zum Beispiel weil Schuldner gezahlt oder mit dem Abzahlen begonnen hatten.

Wie viele Kameras gibt es?

Wie viele Überwachungskameras es gibt, weiß niemand genau. Eine offizielle Zahl fehlt, und die oft zitierten 700 Millionen sind nur eine grobe Schätzung. Belegt ist etwas anderes: Die Plattform ChinaFile hat rund 76.000 Ausschreibungen ausgewertet. Danach kauften Behörden allein im Jahr 2019 in mindestens 998 Kreisen Überwachungstechnik, in einem Drittel aller Kreise des Landes.

Regeln zur Gesichtserkennung

Seit Juni 2025 gibt es Regeln zur Gesichtserkennung: Wer einen Gesichtsscan ablehnt, muss eine andere Möglichkeit bekommen, und in Hotelzimmern, Umkleiden und Toiletten sind solche Geräte verboten. Schreibt der Staat für die Ausweisprüfung etwas anderes vor, gilt allerdings das.

Mehr zum Thema Kontrolle steht im China-Report, Fakten 36 bis 45. Was im Internet gesperrt ist, liest du im Artikel Internet in China.

Alle Zahlen aus dem Video: Im China-Report findest du alle 56 Zahlen mit Quellen. Den Bericht mit Checkliste bekommst du als PDF per E-Mail.

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Quellen